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Mittelschnauzer

Mittelschnauzer

Lebhaft · Aufmerksam · Anhänglich

Arbeitshunde Mittel Hypoallergen
📏 Größe
Mittel
⚖️ Gewicht
14-23 kg
📐 Schulterhöhe
44-50 cm
💗 Lebenserwartung
13-16 Jahre
🏷️ Gruppe
Arbeitshunde
💵 Jährliche Kosten
1.400-2.250 €

Rassebewertungen

⚡ Energielevel
🧹 Haarausfall
✂️ Pflegebedarf
👶 Kinderfreundlich
🏢 Wohnungsgeeignet
🛡️ Wachhund
🎓 Trainierbarkeit

Kosten für einen Mittelschnauzer

💵 Anschaffungspreis
1.200-2.000 €
📅 Jährliche Kosten
1.400-2.250 €

✅ Ideal für

Familien Aktive Halter Allergiker Schutz

❌ Nicht ideal für

Kleintiere Ersthalter Gemütliche Halter

Rasseporträt: Mittelschnauzer

Herkunft und Geschichte

Der Mittelschnauzer, im FCI-Standard schlicht "Schnauzer", ist der ursprüngliche Schnauzer: Zwerg- und Riesenschnauzer wurden erst später aus ihm gezüchtet. Er stammt aus Süddeutschland, wo er laut Standard als Stallhund lebte. Er fühlte sich bei Pferden wohl und machte blitzschnell Jagd auf Ratten und Mäuse, was ihm den Beinamen "Rattler" einbrachte.

Auf Ausstellungen lief er zunächst als rauhaariger Pinscher. Unter diesem Namen wurde er 1895 bei der Gründung des Pinscher-Schnauzer-Klubs eingetragen, erst 1917 wurde sein Name offiziell in Schnauzer geändert. 1907 gründeten Züchter in München einen eigenen Schnauzerklub, der später mit dem Pinscherklub fusionierte. Heute ist der Pinscher-Schnauzer-Klub 1895 e.V. (PSK) laut seiner Zuchtordnung der allein anerkannte Zuchtverein für Riesen-, Mittel- und Zwergschnauzer im VDH und führt das Zuchtbuch. Gültig ist der FCI-Standard Nr. 182, Gruppe 2, Sektion 1 (Pinscher und Schnauzer), ohne Arbeitsprüfung.

Selten ist er trotzdem: Zwischen 2007 und 2021 wurden in Deutschland pro Jahr nur 370 bis 582 Welpen eingetragen. Die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) führt den Schnauzer auf ihrer Roten Liste als gefährdete Rasse.

Wesen und Charakter

Der Standard beschreibt ihn als lebhaft und zugleich besonnen, gutmütig, verspielt und seinem Menschen sprichwörtlich treu. Er sei kinderlieb, unbestechlich und wachsam, ohne laut zu sein. Im Alltag heißt das:

  • Er ist ein geborener Wachhund. Er bemerkt alles und meldet Besuch, bellt aber nicht ohne Grund. Fremde werden geprüft, nicht umarmt.
  • Er ist klug und hat eine eigene Meinung. Er lernt schnell und testet danach, ob die Regeln noch gelten.
  • Er ist ein Familienhund. Er bindet sich eng an seine Leute. Zwinger oder Garten statt Familienanschluss machen ihn unglücklich.
  • Er ist immer noch Rattler. Hamster, Ratten und fremde Katzen sind Beute. Hühner brauchen einen Zaun.

Mit Kindern ist er meist geduldig und verspielt, solange er ausgelastet ist. Ein gelangweilter Schnauzer sucht sich selbst eine Aufgabe.

Größe und Aussehen

Mittelgroß, kräftig und quadratisch gebaut: Die Widerristhöhe entspricht fast der Rumpflänge. Das Haar ist drahtig, hart und dicht mit Unterwolle. Bart und buschige Augenbrauen geben der Rasse den Namen. Es gibt nur zwei Farben: reinschwarz und pfeffer-salz in Tönen von dunklem Eisengrau bis Silbergrau, immer mit dunkler Maske.

RüdenHündinnen
Widerristhöhe45-50 cm45-50 cm
Gewicht14-20 kg14-20 kg
Lebenserwartung13-16 Jahre13-16 Jahre
Fellrau, drahtig, mit Unterwolleebenso

Größe und Gewicht stammen aus dem FCI-Standard, die Lebenserwartung vom AKC. Ohren und Rute bleiben natürlich: Der Standard verlangt Kippohren und eine natürliche Rute, und Kupieren ist in Deutschland verboten. Kupierte Hunde auf Fotos stammen meist aus den USA.

Bewegung und Alltag

Ein Arbeitshund im mittelgroßen Format. Rechne mit mindestens einer Stunde echter Bewegung am Tag, dazu Kopfarbeit. Eine Runde um den Block reicht nicht.

Gut passen: Wandern, Joggen nach dem Wachstum, Agility, Obedience, Rally Obedience, Mantrailing und Nasenarbeit. Eine Wohnung geht, wenn der Hund täglich richtig rauskommt, ein Haus mit eingezäuntem Garten ist einfacher. Achte auf den Zaun: Ein Rattenfänger gräbt gern.

Mit 45 bis 50 cm ist er in NRW ein "großer Hund" (ab 40 cm oder 20 kg, § 11 LHundG): Du musst ihn bei der Behörde anzeigen und Sachkunde, Zuverlässigkeit, Mikrochip und Haftpflicht nachweisen; innerhalb bebauter Ortsteile gilt Leinenpflicht. In Niedersachsen brauchst du als Ersthalter einen Sachkundenachweis (außer du hattest in den letzten zehn Jahren mindestens zwei Jahre lang einen Hund), außerdem sind Chip, Haftpflicht und die Anmeldung im Hunderegister Pflicht. Auf einer Rasseliste steht der Schnauzer in keinem Bundesland.

Erziehung

Der Schnauzer lernt schnell und langweilt sich schnell. Was funktioniert: kurze, abwechslungsreiche Einheiten, Belohnung, klare Regeln, die jeden Tag gelten, und eine Aufgabe. Was nicht funktioniert: endloses Wiederholen und harte Hand. Beides macht ihn stur statt gehorsam.

Typische Schwierigkeiten:

  • Grenzen austesten. In der Pubertät prüft er, ob "Nein" noch Nein heißt. Konsequenz von allen in der Familie ist der ganze Trick.
  • Wachen. Er entscheidet gern selbst, wer aufs Grundstück darf. Früh und viel mit Menschen, Orten und Besuch sozialisieren.
  • Jagdtrieb auf Kleintiere. Mäuse, Eichhörnchen, Nachbars Katze. Rückruf an der Schleppleine aufbauen, bevor er frei läuft.
💡 Tipp: Gib ihm vom ersten Tag an einen "Job": etwas tragen, Leckerli suchen, kleine Tricks. Ein beschäftigter Schnauzer ist im Alltag viel angenehmer als einer mit überschüssiger Energie.

Pflege

Das Drahthaar haart kaum, deshalb wird die Rasse Allergikern oft empfohlen. Wirklich allergenfrei ist kein Hund: Verbring vorher Zeit mit Schnauzern.

Wenig Haarausfall heißt nicht wenig Arbeit. Ein- bis zweimal pro Woche bürsten und kämmen, Bart und Beinbehaarung öfter, denn der Bart sammelt Wasser und Futter. Damit Struktur und Pfeffer-Salz-Farbe erhalten bleiben, wird das Fell einige Male im Jahr getrimmt, also totes Haar ausgezupft. Viele Halter scheren stattdessen. Das ist einfacher, macht das Fell aber weicher und heller. Wer es nicht selbst lernt, zahlt den Hundefriseur.

Gesundheit

Der Schnauzer gilt als robust, ein paar Erkrankungen sind aber wichtig:

  • Hüftgelenksdysplasie (HD). Der PSK schreibt für Schnauzer vor dem Zuchteinsatz ein HD-Röntgen ab 12 Monaten vor. Hunde mit HD-C, D oder E sind von der Zucht ausgeschlossen.
  • Augenerkrankungen wie progressive Retinaatrophie (PRA) und Katarakt. Die PSK-Zuchtordnung von 2021 verlangt ab dem 15.10.2021 für alle Zuchthunde eine Augenuntersuchung durch einen DOK- oder ECVO-Tierarzt mit Befund "frei", gültig 24 Monate; die Regel war zunächst bis Ende 2025 befristet, frag beim Züchter nach dem aktuellen Stand.
  • Dilatative Kardiomyopathie (DCM). Eine erbliche Herzerkrankung, die nur bei Mittel- und Riesenschnauzer per Gentest nachweisbar ist. Laut OFA zeigen betroffene Hunde meist mit 10 Monaten bis 2,5 Jahren Symptome, und die meisten leben danach nicht mehr lange.

Frag beim Züchter nach dem HD-Befund und der aktuellen Augenuntersuchung beider Eltern und nach einem DCM-Gentest. Der Gentest ist in der PSK-Zuchtordnung von 2021 nicht vorgeschrieben, der Nederlandse Schnauzer Club und der amerikanische Rasseclub empfehlen ihn aber ausdrücklich.

📌 Wichtig: Zwei Träger der DCM-Mutation können Welpen bekommen, die gesund aussehen, bis das Herz versagt. Ohne Gentest beider Eltern weißt du es nicht.

Kosten

Ein Welpe vom PSK-Züchter kostet meist rund 1.200 €, aus begehrten Linien auch mehr. Weil jährlich nur wenige hundert Welpen fallen, sind Wartelisten normal. Angebote "Schnauzer ohne Papiere" deutlich darunter sind ein Warnsignal.

Laufende Kosten pro Jahr, grob:

Postenca. pro Jahr
Futter (Hund von 14-20 kg)400-500 €
Hundesteuerje nach Gemeinde, z. B. 100 € in München
Hundehaftpflicht (in NRW und Niedersachsen Pflicht)ca. 70 €
Tierarzt, Impfungen, Parasitenschutz300-500 €
Trimmen beim Hundefriseur (optional)mehrere Termine im Jahr

Für wen er passt und für wen nicht

Passt zu:

  • Aktiven Familien, die einen mittelgroßen Hund mit großem Selbstbewusstsein wollen
  • Menschen, die gern trainieren und Hundesport machen
  • Leichten Allergikern, die einen wenig haarenden Hund suchen
  • Haushalten, die einen aufmerksamen Wächter ohne Schutzhundrasse wollen

Passt nicht zu:

  • Haushalten mit Hamstern, Ratten oder frei laufenden Kleintieren
  • Menschen, die einen Hund wollen, der ohne Diskussion gehorcht
  • Menschen, die einen ruhigen Begleiter suchen oder keine Zeit für Fellpflege haben

Für die Stadtwohnung im kleineren Format: der Zwergschnauzer; für echten Dienst- und Schutzhundesport: der Riesenschnauzer; für einen größeren Allrounder mit Drahthaar: der Airedale Terrier.

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Mittelschnauzer: Gewichtstabelle und Wachstumskurve

Wie groß wird diese Rasse? Das Endgewicht liegt bei 14-23 kg, ausgewachsen ist die Rasse meist mit rund 12 Monaten. Die Kurve zeigt, welches Gewicht unterwegs zu erwarten ist.

5.7 11.3 17 22.7 0m 3m 6m 9m
AlterErwartetes Gewicht
2 Monate3-5 kg
3 Monate5,5-9,5 kg
4 Monate7,5-12 kg
5 Monate9-15 kg
6 Monate10-17 kg
8 Monate12-20 kg
10 Monate13-21 kg
12 Monate14-23 kg

Typischer Bereich für einen gesunden Welpen. Einzelne Hunde können darüber oder darunter liegen.

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Mittelschnauzer Fotos

Mittelschnauzer
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📷 Photo credits - Wikimedia Commons (5 photos)
  • Photo by Standardschnauzer1, licensed under CC0. Modified (cropped / resized).
  • Photo by PaulasBunt, licensed under CC BY-SA 4.0. Modified (cropped / resized).
  • Photo by LoProject09, licensed under CC BY-SA 4.0. Modified (cropped / resized).
  • Photo by Cgoodall, licensed under Public domain. Modified (cropped / resized).
  • Photo by Arthur Pons, licensed under CC BY-SA 3.0. Modified (cropped / resized).

Mittelschnauzer - Häufig gestellte Fragen

Wie groß wird ein Mittelschnauzer? +

Der Mittelschnauzer ist eine mittelgroße Rasse mit einer Schulterhöhe von 44-50 cm und einem Gewicht von 14-23 kg.

Mittelschnauzer: Wie viel wiegt ein Welpe mit 6 Monaten? +

Mit 6 Monaten wiegt ein Welpe dieser Rasse meist 10-17 kg. Ausgewachsen, mit rund 12 Monaten, sind es 14-23 kg.

Wie alt wird ein Mittelschnauzer? +

Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Mittelschnauzer liegt bei 13-16 Jahre.

Was kostet ein Mittelschnauzer? +

Ein Mittelschnauzer-Welpe kostet etwa 1.200-2.000 €, dazu kommen rund 1.400-2.250 € pro Jahr für Futter, Tierarzt, Pflege und Zubehör.

Ist der Mittelschnauzer hypoallergen? +

Ja - der Mittelschnauzer gilt als hypoallergen und haart sehr wenig, was ihn zu einer guten Wahl für leichte Hundeallergiker macht.

Ist der Mittelschnauzer kinderfreundlich? +

Ja - der Mittelschnauzer ist bekannt für seine Sanftheit und Geduld mit Kindern und eignet sich hervorragend als Familienhund.

Eignet sich der Mittelschnauzer für eine Wohnung? +

Ein Mittelschnauzer kann in einer Wohnung leben, wenn er täglich genug Bewegung bekommt, ein Haus mit Garten ist aber ideal.

Ist der Mittelschnauzer leicht zu erziehen? +

Ja - der Mittelschnauzer ist sehr gut erziehbar, will gefallen und lernt schnell. Gute Wahl für Anfänger.

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