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Koreanischer Jindo

Koreanischer Jindo

Treu · Wachsam · Eigenständig

AKC Foundation Stock Service Mittel
📏 Größe
Mittel
⚖️ Gewicht
14-23 kg
📐 Schulterhöhe
44-55 cm
💗 Lebenserwartung
14-15 Jahre
🏷️ Gruppe
AKC Foundation Stock Service
💵 Jährliche Kosten
1.250-1.950 €

Rassebewertungen

⚡ Energielevel
🧹 Haarausfall
✂️ Pflegebedarf
👶 Kinderfreundlich
🏢 Wohnungsgeeignet
🛡️ Wachhund
🎓 Trainierbarkeit

Kosten für einen Koreanischer Jindo

💵 Anschaffungspreis
1.500-2.500 €
📅 Jährliche Kosten
1.250-1.950 €

✅ Ideal für

Erfahrene Halter Aktive Halter Wandern Singles

❌ Nicht ideal für

Ersthalter Freilauf ohne Leine Kleintiere Andere Hunde

Rasseporträt: Koreanischer Jindo

Herkunft und Geschichte

Der Jindo, offiziell Koreanischer Jindo (Korea Jindo Dog), ist ein mittelgroßer Jagdspitz von der Insel Jindo an der Südwestspitze der koreanischen Halbinsel. Schriftliche Zeugnisse über seine Herkunft gibt es nicht. Laut FCI-Standard sind sich viele Fachleute einig, dass die Rasse seit Jahrtausenden auf der Insel lebt und sich dort rein erhalten hat, weil die Insel schwer zu erreichen war. In Korea heißt er Jindo-kae oder Jindo-kyon, beides bedeutet "Hund". Auf der Insel jagte er Wasserrehe und Wildschweine und bewachte Haus und Hof.

1938 wurde die Rasse als Naturschatz eingetragen, nachdem der japanische Professor Tamezo Mori von der Kaiserlichen Universität Keijō in Seoul sie 1937 untersucht hatte. 1962 erklärte Südkorea den Jindo zum Naturdenkmal Nr. 53 und stellte ihn unter das Gesetz zum Schutz des Kulturerbes. Hunde, die auf der Insel geboren werden, werden dort erst nach einer Prüfung offiziell registriert, und die Ausfuhr von Hunden aus diesem geschützten Inselbestand ist sehr schwierig. Bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 1988 in Seoul marschierten Jindos mit. Die FCI nahm die Rasse 1995 vorläufig und 2005 endgültig an: Standard Nr. 334, Gruppe 5 (Spitze und Hunde vom Urtyp), Sektion 5 (Asiatische Spitze und verwandte Rassen), ohne Arbeitsprüfung.

In Deutschland betreut der Deutsche Club für Nordische Hunde e.V. (DCNH) den Koreanischen Jindo im VDH, zusammen mit Akita, Shiba, Shikoku und den anderen asiatischen Spitzen. Die Rasse ist hier sehr selten: Auf der Züchtertafel des DCNH steht im Oktober 2026 eine einzige Zuchtstätte, Welpen sind keine gemeldet. In den USA führt der AKC den Jindo seit Januar 2008 im Foundation Stock Service, einem Register für Rassen vor der vollen Anerkennung; der UKC erkennt ihn seit 1998 an.

Wesen und Charakter

Laut FCI-Standard hat der Jindo "einen sehr stark entwickelten Jagdinstinkt" und ist unerschrocken, mutig, wachsam und vorsichtig, vor allem aber "seinem Herrn absolut treu". Der Standard sagt auch offen, dass er andere Tiere, besonders Rüden, nicht besonders mag. Der amerikanische AKC ergänzt: Im Haus ist er ruhig und höflich, folgt seinem Menschen von Raum zu Raum und zerstört nichts, wenn er ausgelastet ist. Im Alltag heißt das:

  • Er ist ein Einmannhund. So nennt ihn der Standard: Er akzeptiert einen neuen Herrn, vergisst aber nie den, der ihn aufgezogen hat. Koreas berühmteste Jindo-Hündin Baekgu wurde 1993 an einen neuen Besitzer im rund 300 km entfernten Daejeon verkauft, lief weg und stand sieben Monate später wieder bei ihrer früheren Besitzerin auf der Insel.
  • Er ist Fremden gegenüber zurückhaltend. Laut AKC ist es dem Jindo äußerst unangenehm, von Fremden festgehalten zu werden. Sag das deinem Tierarzt und im Hundesalon.
  • Er jagt. Ein hoher Beutetrieb ist die Regel. Katzen, Kaninchen und Eichhörnchen sind für ihn Beute, außer der Katze, mit der er aufgewachsen ist, und selbst dann sind fremde Freigänger in Gefahr.
  • Er sucht sich seine Hundefreunde aus. Mit unhöflichen Hunden hat er wenig Geduld, fremde Hunde interessieren ihn kaum, und Streit unter gleichgeschlechtlichen Hunden im selben Haushalt ist laut AKC oft die Regel. Als Zweithund daher das andere Geschlecht wählen.

Mit Kindern, mit denen er aufwächst und die seinen Rückzug respektieren, kommt er gut zurecht. Er ist aber ein Hund für Erwachsene, kein Spielkamerad, den man mit Kindern allein lässt.

Größe und Aussehen

Ein gut proportionierter, mittelgroßer Spitz, etwas länger als hoch (10 : 10,5), mit dicken, dreieckigen, leicht nach vorn gerichteten Stehohren, kleinen, mandelförmigen, dunklen Augen und einer reich befederten Rute, die gerollt oder sichelförmig über dem Rücken getragen wird. Das doppelte Haarkleid besteht aus hartem, leicht abstehendem Deckhaar und weicher, heller Unterwolle. Der Standard nennt sechs Farben: Rötlich-Falb, Weiß, Schwarz, Schwarz mit Loh, Wolfsgrau und Gestromt. Laut DCNH sind die meisten Jindos goldorange, also rötlich-falb.

RüdenHündinnen
Widerristhöhe50-55 cm (ideal 53-54 cm)45-50 cm (ideal 48-49 cm)
Gewicht18-23 kg15-19 kg
Lebenserwartung14-15 Jahre14-15 Jahre
Fellhartes Deckhaar mit dichter, heller Unterwolleebenso

Höhen und Gewichte stammen aus dem FCI-Standard, die Lebenserwartung vom AKC. Jindos und Jindo-Mischlinge aus dem Tierschutz weichen oft deutlich davon ab.

Bewegung und Alltag

Der AKC nennt den Jindo einen energiegeladenen Jagdhund, der dafür gezüchtet wurde, weite Strecken zurückzulegen, und der im Haus tadellose Manieren hat, wenn er ausgelastet ist. Rechne mit ein bis zwei Stunden Bewegung am Tag: zügige Spaziergänge, Wanderungen, Nasenarbeit, Joggen, wenn er ausgewachsen ist. In den USA machen Jindos Coursing und Agility, manche liefen sogar im Schlittenhundegespann.

Freilauf ist nur auf eingezäunten Flächen sicher. Ein Jindo, der ein Reh sieht, ist weg. Er ist außerdem ein bekannter Ausbrecher: Laut AKC lernen Jindos, Boxen zu öffnen und aus Gärten zu entkommen, sie springen oder klettern über Zäune und graben sich darunter durch. Gängige Rasseratgeber nennen einen festen Zaun von mindestens 1,80 m, ohne Kletterhilfen davor und mit Untergrabschutz. In einigen Bundesländern gilt zudem eine Leinenpflicht in der Brut- und Setzzeit, in Niedersachsen etwa vom 1. April bis 15. Juli in der freien Landschaft.

Erziehung

Der Jindo ist sehr klug und lernt schnell, denkt aber selbst und arbeitet für Menschen, denen er vertraut. Der amerikanische Rasseklub KJAA empfiehlt laut PetMD, die Erziehung selbst zu übernehmen; ein Trainer kann helfen, die Bindung baust aber du auf. Was funktioniert: kurze Einheiten, Belohnung mit Futter, ruhige Konsequenz und viel Sozialisierung im ersten Jahr. Harte Strafen zerstören das Vertrauen.

Typische Schwierigkeiten:

  • Rückruf bei Wild. Schleppleine, bis der Rückruf wirklich sitzt, und akzeptieren, dass er im offenen Gelände vielleicht nie sitzt.
  • Anfassen. Tierarztgriffe, Krallenschneiden und Maulkorb vom Welpenalter an mit Leckerli üben. Ein erwachsener Hund, der das nie gelernt hat, kann heftig reagieren, wenn ein Fremder ihn festhält.
  • Andere Hunde. Bei seiner geringen Toleranz für aufdringliche Hunde gehen Begegnungen an der Leine schnell schief. Abstand halten, ruhiges Hinschauen belohnen, volle Hundewiesen meiden.
  • Fressen. Jindos sind genügsame Esser. Der AKC warnt: Wer das Futter den ganzen Tag stehen lässt oder Leckerli untermischt, erzieht schnell einen mäkeligen Fresser.
💡 Tipp: Stubenreinheit ist der leichte Teil. Laut AKC sind Jindos extrem reinlich und schon sehr jung von selbst stubenrein.

Pflege

Die meiste Zeit einfach. Einmal pro Woche mit Zupf- oder Nadelbürste bürsten reicht, das Fell ist schmutzabweisend und riecht kaum. Zweimal im Jahr wirft der Jindo die Unterwolle ab, laut AKC über einen Monat oder länger. Dann hilft tägliches Bürsten mit einem Unterwollrechen, und der Staubsauger läuft öfter. Nicht scheren. Krallen regelmäßig kürzen.

Gesundheit

Der Jindo gilt als gesund und langlebig. Der AKC schreibt, dass er oft 14 Jahre und älter wird, und nennt zwei Erkrankungen, auf die man achten sollte:

  • Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Führt zu Gewichtszunahme, Trägheit und Fellproblemen. Behandelt wird mit einer täglichen Tablette, lebenslang.
  • Diskoider Lupus erythematodes (DLE). Eine Autoimmunerkrankung der Haut an Nase und Gesicht mit Pigmentverlust, Krusten und Wunden. Sonne verschlimmert sie.

Eine rassespezifische Zuchtvorschrift des DCNH für den Jindo haben wir nicht gefunden. Systematische Gesundheitsuntersuchungen gibt es laut AKC erst seit Kurzem, Hüften und Augen der Rasse sind deshalb noch wenig erforscht. Frag beim Züchter nach den Schilddrüsenwerten beider Eltern und nach HD- und Augenbefunden. Einen Hund aus dem Tierschutz lässt du gleich gründlich untersuchen: Hunde von koreanischen Farmen und aus Tierheimen kommen manchmal mit Hautproblemen, Parasiten oder unbehandelten Verletzungen, und manche haben nie in einem Haus gelebt.

📌 Wichtig: Viele "Jindos" in Vermittlungsanzeigen sind Jindo-Mischlinge oder andere koreanische Dorfhunde. Das können wunderbare Hunde sein, aber rechne mit dem Wesen eines ursprünglichen Jagdhundes, nicht eines Familienbegleithundes.

Kosten

Jindo-Welpen mit VDH-Papieren gibt es in Deutschland kaum, Wartezeit oder ein Hund aus dem Ausland sind normal. Preise werden selten veröffentlicht. Als Orientierung dienen andere seltene asiatische Spitze: realistisch sind 1.500 bis 2.500 €, ein Import kommt noch dazu. Erste Anlaufstelle ist der DCNH. Billige "Jindos" ohne FCI-Papiere sind fast immer Mischlinge.

Häufiger ist der Weg über den Tierschutz. Südkorea hat im Januar 2024 ein Gesetz beschlossen, das Zucht und Schlachtung von Hunden für Fleisch ab dem 7. Februar 2027 verbietet; bis September 2026 haben 1.339 der 1.537 registrierten Hundefleischfarmen geschlossen. Organisationen wie Humane World for Animals (früher Humane Society International) haben viele Hunde von Farmen und aus Tierheimen in die USA, nach Kanada und nach Großbritannien geflogen, darunter viele Jindos und Jindo-Mischlinge. Wer Tiere aus dem Ausland nach Deutschland vermittelt, braucht eine Erlaubnis nach § 11 Tierschutzgesetz; frag den Verein danach. Für Hunde aus Ländern außerhalb der EU gelten Chip, Tollwutimpfung und je nach Herkunftsland ein Tollwut-Antikörpertest mit Wartezeit.

Laufende Kosten pro Jahr, grob:

Postenca. pro Jahr
Futter (Hund von 15-23 kg)350-550 €
Hundesteuerje nach Gemeinde, z. B. 120 € in Berlin, 100 € in München
Hundehaftpflichtca. 70 €
Tierarzt, Impfungen, Parasitenschutz300-450 €
Hundeschule, Nasenarbeit100-300 €

Auf den Rasselisten der Bundesländer steht der Jindo nicht. In NRW gilt ein Hund ab 40 cm Widerristhöhe oder 20 kg als "großer Hund", und das trifft auf jeden standardgerechten Jindo zu: Anzeige beim Ordnungsamt, Sachkundenachweis, Haftpflicht und Chip sind dann Pflicht. In Niedersachsen braucht einen Sachkundenachweis, wer in den letzten zehn Jahren nicht mindestens zwei Jahre lang einen Hund gehalten hat; die Hundehaftpflicht ist dort und in mehreren anderen Bundesländern vorgeschrieben.

Für wen er passt und für wen nicht

Passt zu:

  • erfahrenen Haltern, die ursprüngliche, selbstständige Rassen kennen
  • Singles und Paaren, die einen sehr treuen, ruhigen und sauberen Begleiter suchen
  • Wanderern und aktiven Menschen mit einem hohen, sicheren Zaun
  • Adoptanten, die einem Jindo aus dem koreanischen Tierschutz Zeit und Geduld geben

Passt nicht zu:

  • Ersthundehaltern und Menschen, die einen leicht führbaren Hund suchen
  • Haushalten mit Katzen, Kaninchen oder anderen Kleintieren
  • Haltern, die von Freilauf, vollen Hundewiesen und einem Hund träumen, der jeden Besuch begrüßt
  • Haushalten, die zwei Hunde gleichen Geschlechts halten wollen. Wer den Typ mag: Der Shiba Inu ist kleiner, der Shikoku ein naher japanischer Verwandter mit ähnlichen Ansprüchen und der Akita deutlich größer; einen umgänglicheren Spitz findest du im Finnischen Spitz
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Wie ist der Alltag mit einem Koreanischer Jindo?
Routine, Pflege, Budget fürs erste Jahr - das ehrliche Bild.
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Koreanischer Jindo: Gewichtstabelle und Wachstumskurve

Wie groß wird diese Rasse? Das Endgewicht liegt bei 14-23 kg, ausgewachsen ist die Rasse meist mit rund 12 Monaten. Die Kurve zeigt, welches Gewicht unterwegs zu erwarten ist.

5.7 11.3 17 22.7 0m 3m 6m 9m
AlterErwartetes Gewicht
2 Monate3-5 kg
3 Monate5,5-9,5 kg
4 Monate7,5-12 kg
5 Monate9-15 kg
6 Monate10-17 kg
8 Monate12-20 kg
10 Monate13-21 kg
12 Monate14-23 kg

Typischer Bereich für einen gesunden Welpen. Einzelne Hunde können darüber oder darunter liegen.

Eigenen Welpen prüfen →

Koreanischer Jindo Fotos

Koreanischer Jindo
Koreanischer Jindo
📷 Photo credits - Wikimedia Commons (3 photos)

Koreanischer Jindo - Häufig gestellte Fragen

Wie groß wird ein Koreanischer Jindo? +

Der Koreanischer Jindo ist eine mittelgroße Rasse mit einer Schulterhöhe von 44-55 cm und einem Gewicht von 14-23 kg.

Koreanischer Jindo: Wie viel wiegt ein Welpe mit 6 Monaten? +

Mit 6 Monaten wiegt ein Welpe dieser Rasse meist 10-17 kg. Ausgewachsen, mit rund 12 Monaten, sind es 14-23 kg.

Wie alt wird ein Koreanischer Jindo? +

Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Koreanischer Jindo liegt bei 14-15 Jahre.

Was kostet ein Koreanischer Jindo? +

Ein Koreanischer Jindo-Welpe kostet etwa 1.500-2.500 €, dazu kommen rund 1.250-1.950 € pro Jahr für Futter, Tierarzt, Pflege und Zubehör.

Ist der Koreanischer Jindo hypoallergen? +

Nein, der Koreanischer Jindo gilt nicht als hypoallergen und kann bei Allergikern Symptome auslösen.

Ist der Koreanischer Jindo kinderfreundlich? +

Der Koreanischer Jindo kommt mit älteren Kindern gut zurecht, bei kleineren Kindern sind Aufsicht und frühe Sozialisierung empfohlen.

Eignet sich der Koreanischer Jindo für eine Wohnung? +

Nein - der Koreanischer Jindo braucht Platz und Bewegung, die eine Wohnung selten bietet. Ein Haus mit Garten ist stark empfohlen.

Ist der Koreanischer Jindo leicht zu erziehen? +

Der Koreanischer Jindo ist mittelmäßig gut erziehbar. Konsequentes, geduldiges Training von klein auf funktioniert am besten.

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