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Boerboel

Boerboel

Selbstbewusst · Beschützend · Intelligent

Arbeitshunde Groß
📏 Größe
Groß
⚖️ Gewicht
68-91 kg
📐 Schulterhöhe
56-69 cm
💗 Lebenserwartung
9-11 Jahre
🏷️ Gruppe
Arbeitshunde
💵 Jährliche Kosten
2.650-4.200 €

Rassebewertungen

⚡ Energielevel
🧹 Haarausfall
✂️ Pflegebedarf
👶 Kinderfreundlich
🏢 Wohnungsgeeignet
🛡️ Wachhund
🎓 Trainierbarkeit

Kosten für einen Boerboel

💵 Anschaffungspreis
1.500-3.000 €
📅 Jährliche Kosten
2.650-4.200 €

✅ Ideal für

Schutz Erfahrene Halter Große Gärten Bauernhöfe

❌ Nicht ideal für

Ersthalter Andere Hunde Orte mit Rasseliste

Rasseporträt: Boerboel

Herkunft und Geschichte

Der Boerboel ist der Farmhund Südafrikas. Auf Afrikaans heißt boer Bauer, boel kommt von boelhond, einem bulldoggenartigen Hund. Als Jan van Riebeeck 1652 am Kap landete, brachte er einen Bullenbeißer mit, einen heute ausgestorbenen Hatzhund. Siedler kreuzten solche Hunde mit allem, was groß und robust war, und ab den 1920er-Jahren ließ De Beers britische Bullmastiffs zur Bewachung seiner Diamantminen einführen.

Stammbäume führte lange niemand. Gezüchtet wurde mit den Hunden, die im Busch überlebten und Raubtiere vom Hof fernhielten. Eine organisierte Zucht begann erst Anfang der 1980er-Jahre, der erste Züchterverband entstand 1983. Der südafrikanische Dachverband KUSA und der amerikanische AKC (seit 2015) erkennen die Rasse an, die FCI nicht. Deshalb gibt es für den Boerboel keine VDH-Papiere und keinen VDH-Zuchtverein. Ahnentafeln stammen von südafrikanischen Verbänden oder anderen Organisationen außerhalb des VDH, was die Prüfung eines Züchters schwieriger macht.

Wesen und Charakter

Der AKC-Standard beschreibt ihn als dominanten, intelligenten Hund mit starkem Schutztrieb und dem Willen zu gefallen. Im Alltag bedeutet das:

  • In der Familie ist er anhänglich und läuft seinen Menschen oft von Raum zu Raum hinterher.
  • Fremden gegenüber ist er ruhig und abwartend, nicht freundlich. Ein gut gezüchteter Boerboel beobachtet Besucher genau und stellt sich ungefragt zwischen seine Familie und Menschen, denen er nicht traut.
  • Er bewacht sein Revier aus eigenem Antrieb und läuft gern allein den Zaun ab.
  • Mit fremden Hunden, vor allem gleichgeschlechtlichen, verträgt er sich oft schlecht. Der AKC-Standard sagt ausdrücklich, dass Aggression gegenüber anderen Hunden im Ring nicht als Fehler gilt.

Ein schlecht sozialisierter Boerboel ist ein echtes Risiko, weil ein Hund dieses Gewichts bei einer Fehleinschätzung schwer verletzen kann. Er ist beweglicher als der Mastiff und schwerer als der Cane Corso.

Größe und Aussehen

Der Standard nennt ihn den beweglichsten aller Molosser: kantiger Kopf, muskulöser Körper, kurzes dichtes Fell, dicke lose Haut. Farben sind Rot, Braun, Falb, Creme und gestromt, mit oder ohne schwarze Maske.

RüdenHündinnen
Widerristhöhe (AKC)61-69 cm56-64 cm
Ideal laut SABBS66 cm (mind. 60 cm)61 cm (mind. 55 cm)
Gewicht (AKC)68-91 kg68-91 kg
Lebenserwartung9-11 Jahre9-11 Jahre
Fellkurz, dicht, glattkurz, dicht, glatt

Die südafrikanische Züchtervereinigung SABBS gibt kein festes Gewicht vor, sondern verlangt, dass Masse und Höhe zusammenpassen (etwa 1 bis 1,2 kg pro Zentimeter Widerristhöhe). Deutsche Ratgeber nennen deshalb oft niedrigere Werte, zooplus etwa 45 bis 70 kg.

Auslastung und Alltag

Rechne mit etwa einer Stunde Bewegung am Tag: Spaziergänge, Zeit im sicher eingezäunten Garten und Kopfarbeit wie Training oder Nasenarbeit. Als Joggingbegleiter taugt er nicht, und Junghunde sollten weder lange laufen noch viele Treppen steigen.

Eine Etagenwohnung passt nicht: Hausflure lösen Wachverhalten aus, und jede Hundebegegnung verlangt einen Halter, der einen Hund schwerer als ein Erwachsener sicher führt. Realistisch ist ein Haus mit hohem, stabilem Zaun. Einen Arbeitstag allein schafft ein erwachsener Hund meist, wenn er davor und danach ausgelastet wird. Ein gelangweilter, isolierter Wachhund wird aber eher territorialer, nicht ruhiger.

📌 Wichtig: Der Boerboel steht in keinem Bundesland namentlich auf einer Rasseliste. Mastiff und Bullmastiff aber schon, etwa in NRW (§ 10 LHundG, ausdrücklich samt Kreuzungen) und Hamburg (§ 2 Abs. 3 Hundegesetz). Weil der Boerboel aus Mastiff- und Bulldoggenkreuzungen entstand und keine FCI-Papiere hat, kläre vor dem Kauf mit dem Ordnungsamt, wie deine Behörde ihn einstuft.

Unabhängig davon gelten die Regeln für große Hunde. In NRW etwa muss jeder Hund ab 40 cm oder 20 kg angezeigt werden, mit Sachkundenachweis, Mikrochip und Haftpflicht über mindestens 500.000 Euro für Personen- und 250.000 Euro für Sachschäden. Brandenburg hat seine Rasseliste am 1. Juli 2024 abgeschafft, verlangt aber ebenfalls die Anmeldung großer Hunde. In Dänemark ist der Boerboel seit 2010 verboten, in Frankreich gilt er als Hund der Kategorie 1. Das betrifft auch den Urlaub.

Erziehung

Der Boerboel lernt schnell, testet aber Grenzen, besonders in der Pubertät. Was funktioniert:

  • Ruhige, konsequente Regeln ab dem ersten Tag. Leinenführigkeit üben, solange der Welpe noch zu halten ist.
  • Gezielte Sozialisierung: Kinder, Paketboten, Tierarzt, Straßenverkehr. Ziel ist ein Hund, den der Alltag langweilt.
  • Belohnungsbasiertes Training mit klarer Struktur. Harte Strafen machen ihn entweder defensiv oder taub für dich.
  • Ein sicheres Abbruchsignal, Rückruf und "Platz" auf der Decke. Das schützt Besuch.

Typische Probleme sind Ziehen an der Leine, Bewachen des Hauses gegen erwünschte Gäste und Streit mit anderen Hunden. Die meisten Boerboels brauchen Impulskontrolle viel mehr als Schutzdienst.

Pflege

Einfach. Einmal pro Woche mit Gumminoppenhandschuh bürsten, der Haarwechsel ist mäßig. Ohren kontrollieren, Zähne putzen und Krallen schon beim Welpen kürzen, denn einen erwachsenen Hund, der sich wehrt, hält niemand fest.

Gesundheit

Der amerikanische Rasseclub nennt die Rasse grundsätzlich robust, aber anfällig für die typischen Probleme großer Rassen:

  • Hüft- und Ellbogendysplasie (HD/ED)
  • Magendrehung, ein chirurgischer Notfall
  • Dilatative Kardiomyopathie und andere Herzerkrankungen
  • Entropium und Ektropium (Lidfehlstellungen)
  • Vaginalhyperplasie bei Hündinnen und juvenile Epilepsie

Lass dir die Befunde beider Elterntiere zeigen: HD- und ED-Röntgen (bei OFA ab 2 Jahren), eine Herzuntersuchung beim Kardiologen (ab 12 Monaten, empfohlen vom American Boerboel Club) und sinnvollerweise eine Augenuntersuchung. Die Lebenserwartung liegt bei 9 bis 11 Jahren.

Kosten

Ein Welpe von einem Züchter mit gesundheitsgeprüften Elterntieren kostet in Deutschland meist 1.500 bis 3.000 Euro. Deutlich billigere Kleinanzeigen bedeuten meist: keine Untersuchungen.

Für einen großen Hund nennt die Allianz laufende Kosten von 100 bis 250 Euro im Monat; ein Boerboel liegt wegen der Futtermenge am oberen Ende. Dazu kommen:

  • Hundesteuer: je nach Gemeinde etwa 100 bis 400 Euro im Jahr
  • Haftpflicht: grob 40 bis 120 Euro im Jahr, in mehreren Bundesländern für große Hunde Pflicht
  • Sachkundeprüfung, Zaun und eine große Transportbox

Für wen er passt und für wen nicht

Passt zu:

  • erfahrenen Haltern von Schutzhunden wie Rottweiler oder Bullmastiff
  • einem Haus mit sicher eingezäuntem Grundstück, eher ländlich
  • Familien, die einen wachsamen Beschützer wollen und viel Zeit in Erziehung stecken

Passt nicht zu:

  • Ersthundehaltern
  • Etagenwohnungen, Mehrhundehaltung und Hundewiesen
  • Menschen, die nicht vorher mit Ordnungsamt und Versicherung klären wollen, was gilt
🏠
Wie ist der Alltag mit einem Boerboel?
Routine, Pflege, Budget fürs erste Jahr - das ehrliche Bild.
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Boerboel: Gewichtstabelle und Wachstumskurve

Wie groß wird diese Rasse? Das Endgewicht liegt bei 68-91 kg, ausgewachsen ist die Rasse meist mit rund 24 Monaten. Die Kurve zeigt, welches Gewicht unterwegs zu erwarten ist.

22.7 45.4 68 90.7 0m 3m 6m 9m 12m 15m 18m 21m
AlterErwartetes Gewicht
2 Monate10-14 kg
3 Monate19-26 kg
4 Monate28-37 kg
5 Monate34-46 kg
6 Monate41-54 kg
8 Monate49-65 kg
10 Monate55-74 kg
12 Monate60-80 kg
15 Monate63-84 kg
18 Monate66-88 kg
24 Monate68-91 kg

Typischer Bereich für einen gesunden Welpen. Einzelne Hunde können darüber oder darunter liegen.

Eigenen Welpen prüfen →

Boerboel Fotos

Boerboel
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📷 Photo credits - Wikimedia Commons (5 photos)
  • Photo by Canarian, licensed under CC BY 4.0. Modified (cropped / resized).
  • Photo by Jln115, licensed under CC BY-SA 4.0. Modified (cropped / resized).
  • Photo by Canarian, licensed under CC BY 4.0. Modified (cropped / resized).
  • Photo by Jeff, licensed under CC BY-SA 2.0. Modified (cropped / resized).
  • Photo by Abri le Roux from Potchefstroom, South Africa, licensed under CC BY 2.0. Modified (cropped / resized).

Boerboel - Häufig gestellte Fragen

Wie groß wird ein Boerboel? +

Der Boerboel ist eine große Rasse mit einer Schulterhöhe von 56-69 cm und einem Gewicht von 68-91 kg.

Boerboel: Wie viel wiegt ein Welpe mit 6 Monaten? +

Mit 6 Monaten wiegt ein Welpe dieser Rasse meist 41-54 kg. Ausgewachsen, mit rund 24 Monaten, sind es 68-91 kg.

Wie alt wird ein Boerboel? +

Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Boerboel liegt bei 9-11 Jahre.

Was kostet ein Boerboel? +

Ein Boerboel-Welpe kostet etwa 1.500-3.000 €, dazu kommen rund 2.650-4.200 € pro Jahr für Futter, Tierarzt, Pflege und Zubehör.

Ist der Boerboel hypoallergen? +

Nein, der Boerboel gilt nicht als hypoallergen und kann bei Allergikern Symptome auslösen.

Ist der Boerboel kinderfreundlich? +

Der Boerboel kommt mit älteren Kindern gut zurecht, bei kleineren Kindern sind Aufsicht und frühe Sozialisierung empfohlen.

Eignet sich der Boerboel für eine Wohnung? +

Nein - der Boerboel braucht Platz und Bewegung, die eine Wohnung selten bietet. Ein Haus mit Garten ist stark empfohlen.

Ist der Boerboel leicht zu erziehen? +

Der Boerboel ist mittelmäßig gut erziehbar. Konsequentes, geduldiges Training von klein auf funktioniert am besten.

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