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Bordeauxdogge

Bordeauxdogge

Treu · Anhänglich · Mutig

Arbeitshunde Groß
📏 Größe
Groß
⚖️ Gewicht
45-68 kg
📐 Schulterhöhe
58-69 cm
💗 Lebenserwartung
5-8 Jahre
🏷️ Gruppe
Arbeitshunde
💵 Jährliche Kosten
2.150-3.400 €

Rassebewertungen

⚡ Energielevel
🧹 Haarausfall
✂️ Pflegebedarf
👶 Kinderfreundlich
🏢 Wohnungsgeeignet
🛡️ Wachhund
🎓 Trainierbarkeit

Kosten für einen Bordeauxdogge

💵 Anschaffungspreis
1.500-2.500 €
📅 Jährliche Kosten
2.150-3.400 €

✅ Ideal für

Schutz Familien Erfahrene Halter

❌ Nicht ideal für

Ersthalter Heißes Klima Kleines Budget Orte mit Rasseliste

Rasseporträt: Bordeauxdogge

Herkunft und Geschichte

Die Bordeauxdogge (FCI-Name: Dogue de Bordeaux) zählt laut FCI-Standard "zu den ältesten Hunden Frankreichs" und geht womöglich auf die Hunde der Alanen zurück. Schon im 14. Jahrhundert schrieb Gaston Phébus, Graf von Foix, in seinem Jagdbuch über solche Packer, sie hielten ihre Beute fester als drei Windhunde.

Im 19. Jahrhundert gab es diese Doggen vor allem noch in Aquitanien. Sie jagten Wildschweine, bewachten Haus und Vieh, halfen den Metzgern und wurden in Hundekämpfen eingesetzt. Auf der ersten französischen Hundeausstellung 1863 in Paris liefen sie bereits unter ihrem heutigen Namen. Von mehreren Schlägen (Toulouse, Paris, Bordeaux) setzte sich der Bordeaux-Typ durch. Den ersten Standard veröffentlichte Pierre Mégnin 1896.

Nach den beiden Weltkriegen war die Rasse fast ausgestorben. In den 1960er-Jahren begann der Neuaufbau, 1971 schrieb Raymond Triquet einen neuen Standard. Die Ergänzungen von 2007 im gültigen Standard stammen von Vertretern des französischen Rasseclubs SADB. Heute ist die Bordeauxdogge FCI-Standard Nr. 116, Gruppe 2 (Molosser), ohne Arbeitsprüfung.

Welpen mit FCI-Ahnentafel kommen in Deutschland von Züchtern in VDH-Mitgliedsvereinen. Bekannt wurde die Rasse international durch den Film Scott & Huutsch (1989) mit Tom Hanks.

Wesen und Charakter

Der Standard beschreibt sie so: "Als ehemaliger Kampfhund eignet sie sich für Bewachungsaufgaben, die sie mit Aufmerksamkeit und großem Mut, aber ohne Aggressivität erfüllt. Sie ist ein guter Gefährte und ihrem Herrn gegenüber sehr anhänglich und liebevoll. Ruhig, ausgeglichen mit hoher Reizschwelle." Und: "Der Rüde hat normalerweise ein dominantes Wesen." Im Alltag heißt das:

  • In der Familie ist sie sanft, anhänglich und am liebsten ganz nah bei ihren Menschen.
  • Fremden gegenüber ist sie wachsam und zurückhaltend. Meist reichen Größe und Stimme als Abschreckung.
  • Sie regt sich nicht schnell auf. Wenn sie aber handelt, sind 50 kg und mehr kaum zu halten.
  • Mit anderen Hunden ist sie unterschiedlich verträglich, unter erwachsenen Rüden gibt es oft Streit.

Mit den eigenen Kindern ist eine gut aufgezogene Bordeauxdogge meist geduldig. Ein so schwerer Hund kann ein Kleinkind aber leicht umwerfen, daher nie unbeaufsichtigt lassen.

Größe und Aussehen

Ein kurzer, sehr massiger Hund, etwas länger als hoch, mit gewaltigem Kopf, kurzem breitem Fang, Vorbiss und tiefen Falten. Das Fell ist fein, kurz und weich, immer einfarbig falb von Mahagoni bis Isabell, mit schwarzer, brauner oder ohne Maske. Kleine weiße Abzeichen an Brust und Pfoten sind erlaubt.

RüdenHündinnen
Widerristhöhe (FCI)60-68 cm58-66 cm
Gewicht (FCI)mindestens 50 kgmindestens 45 kg
Lebenserwartung5-8 Jahre5-8 Jahre
Fellkurz, fein, weichkurz, fein, weich

Der Standard toleriert 1 cm unter und 2 cm über der Größenspanne und nennt nur Mindestgewichte. Viele erwachsene Rüden wiegen 55 bis 65 kg.

Bewegung und Alltag

Die Bordeauxdogge ist kein Sporthund. Ein bis zwei ruhige Spaziergänge am Tag, etwas Spiel und Kopfarbeit genügen. Wichtiger sind Platz, ein kühler Liegeplatz und eine Familie, die viel zu Hause ist.

Laut Standard ist sie ein typischer kurzköpfiger Molosser, und er nennt "Übermäßig kurzatmig, keuchend" ausdrücklich als schweren Fehler. Im Sommer nur morgens und abends raus, immer Schatten und Wasser, nie im Auto warten lassen. Starkes Hecheln, eine dunkelrote oder bläuliche Zunge oder Zusammenbrechen sind ein Notfall. Dazu kommt Sabber: Handtücher an der Tür gehören zur Grundausstattung. Junghunde bis etwa 18 Monate keine langen Treppen, kein Joggen, kein Springen aus dem Auto.

📌 Wichtig: Die Bordeauxdogge steht in einigen Bundesländern auf der Rasseliste. In Bayern wird sie nach § 1 Abs. 2 der Kampfhundeverordnung als Kampfhund vermutet, bis ein Sachverständigengutachten für den einzelnen Hund das Gegenteil zeigt; sonst braucht die Haltung eine Erlaubnis der Gemeinde. In Hamburg wird ihre Gefährlichkeit nach § 2 Abs. 3 Hundegesetz vermutet, samt Kreuzungen: Erlaubnis, Leine und Maulkorb, solange keine Befreiung nach bestandenem Wesenstest vorliegt. In Baden-Württemberg nennt § 1 Abs. 3 der Polizeiverordnung die Rasse; dort kann die Ortspolizeibehörde sie im Einzelfall als Kampfhund einstufen, wenn es Anhaltspunkte für gesteigerte Aggressivität gibt. Brandenburg hat seine Rasseliste zum 1. Juli 2024 abgeschafft. Das bundesweite Einfuhrverbot nennt die Rasse nicht, nach § 2 Abs. 1 Satz 2 HundVerbrEinfG darf sie aber zur dauerhaften Haltung in Bayern oder Hamburg nur dann aus dem Ausland gebracht werden, wenn nachgewiesen ist, dass sie dort berechtigt gehalten werden darf (§ 2 Abs. 4 HundVerbrEinfVO). Kläre vor dem Kauf mit Ordnungsamt, Gemeinde und Vermieter, was bei dir gilt.

Erziehung

Die Bordeauxdogge ist klug, aber stur, und sie wird spät erwachsen. Was funktioniert:

  • Ruhige, konsequente Erziehung mit Futter und Lob. Harte Methoden machen sie stur oder verschlossen.
  • Leinenführigkeit üben, solange der Welpe noch klein ist. Ein ausgewachsener Hund, der zieht, ist stärker als die meisten Menschen.
  • Breite Sozialisierung mit Besuch, Kindern, Straßenverkehr und anderen Hunden, bis ins zweite Jahr.
  • Klare Regeln vom ersten Tag an: kein Anspringen, kein Verteidigen von Napf oder Sofa.

Typische Probleme sind Ziehen an der Leine, übereifriges Bewachen und Streit mit gleichgeschlechtlichen Hunden. In Bayern und Hamburg kommen Gutachten oder Wesenstest ohnehin auf dich zu.

Pflege

Bürsten ist kaum nötig, ein Gumminoppenhandschuh einmal pro Woche reicht. Die eigentliche Arbeit ist der Kopf: Gesichtsfalten und Lefzen täglich reinigen und gut trocknen, sonst entzünden sie sich. Nach Fressen und Trinken die Lefzen abwischen. Ohren kontrollieren, Zähne putzen, Krallen kürzen.

Gesundheit

Die Bordeauxdogge hat eine der kürzesten Lebenserwartungen aller Rassen. In einer britischen Auswertung von Tierarztdaten (VetCompass, 2013) lag ihr medianes Sterbealter bei 5,5 Jahren, dem niedrigsten Wert aller untersuchten Rassen (bei kleiner Stichprobe). Bekannte Probleme:

  • Herzerkrankungen. Angeborene Subaortenstenose ist bei der Rasse beschrieben. Eine britische Studie an 64 Bordeauxdoggen aus zwei Überweisungskliniken fand bei 39 Prozent Vorhofflimmern, oft zusammen mit eingeschränkter Pumpleistung.
  • Hüft- und Ellbogendysplasie (HD/ED) sowie Schulterprobleme.
  • Atemprobleme und Hitzeempfindlichkeit durch den kurzen Fang.
  • Augenerkrankungen. Der britische Royal Kennel Club empfiehlt Augenuntersuchungen für Zuchthunde.
  • Ballenhyperkeratose, verdickte, rissige Pfotenballen ab dem Welpenalter. Für die bei der Rasse gefundene KRT16-Variante gibt es einen Gentest.
  • Magendrehung, wie bei allen großen Hunden mit tiefer Brust. Zwei bis drei kleinere Mahlzeiten füttern, nach dem Fressen Ruhe.

Lass dir HD- und ED-Befunde beider Eltern zeigen und frage nach einer Herzuntersuchung mit Ultraschall beim Kardiologen. Ohne Herzbefund ist der Kauf bei einer ohnehin kurzlebigen Rasse ein Glücksspiel.

Kosten

Ein Welpe aus VDH-Zucht mit untersuchten Eltern kostet meist 1.500 bis 2.500 €. Billige Kleinanzeigen und Welpen aus dem Ausland bedeuten fast immer: keine Herz- und Gelenkbefunde, oft auch unklare Herkunft.

Laufende Kosten pro Jahr, grob:

Postenca. pro Jahr
Futter (Hund mit 50-65 kg)800-1.200 €
Hundesteuerje nach Gemeinde 100-400 €, als Listenhund oft deutlich mehr
Hundehaftpflichtca. 80-200 €, für Listenhunde teurer
Tierarzt (Durchschnitt)ca. 500-800 €

Dazu kommen in Bayern und Hamburg Gutachten oder Wesenstest, außerdem eine OP- oder Krankenversicherung: Herzdiagnostik, Magendrehung oder Gelenk-OPs kosten schnell mehrere tausend Euro.

Für wen sie passt und für wen nicht

Passt zu:

  • Menschen, die einen ruhigen, anhänglichen Haus- und Hofwächter suchen und viel zu Hause sind
  • einem Haus mit eingezäuntem Garten und kühlem Liegeplatz, am besten in einem Bundesland ohne Rasseliste (sonst Gutachten oder Wesenstest bewusst einplanen)
  • erfahrenen Haltern großer Hunde, etwa nach einem Boxer oder Bullmastiff

Passt nicht zu:

  • Ersthundehaltern oder Menschen, die einen Begleiter zum Joggen und Wandern suchen
  • Dachgeschosswohnungen ohne Aufzug und heißen Wohnungen ohne Kühlung
  • Menschen, die Sabber oder hohe Tierarztkosten nicht verkraften
  • allen, die mit oft nur 5 bis 8 gemeinsamen Jahren nicht leben können; Mastiff und Cane Corso sind Alternativen, der Mastino Napoletano hat ähnliche Gesundheitsprobleme
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Wie ist der Alltag mit einem Bordeauxdogge?
Routine, Pflege, Budget fürs erste Jahr - das ehrliche Bild.
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Bordeauxdogge: Gewichtstabelle und Wachstumskurve

Wie groß wird diese Rasse? Das Endgewicht liegt bei 45-68 kg, ausgewachsen ist die Rasse meist mit rund 24 Monaten. Die Kurve zeigt, welches Gewicht unterwegs zu erwarten ist.

17 34 51 68 0m 3m 6m 9m 12m 15m 18m 21m
AlterErwartetes Gewicht
2 Monate7-10 kg
3 Monate13-19 kg
4 Monate18-28 kg
5 Monate23-34 kg
6 Monate27-41 kg
8 Monate32-49 kg
10 Monate37-55 kg
12 Monate40-60 kg
15 Monate42-63 kg
18 Monate44-66 kg
24 Monate45-68 kg

Typischer Bereich für einen gesunden Welpen. Einzelne Hunde können darüber oder darunter liegen.

Eigenen Welpen prüfen →

Bordeauxdogge Fotos

Bordeauxdogge
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Bordeauxdogge
📷 Photo credits - Wikimedia Commons (5 photos)
  • Photo by StBrecht at German Wikipedia, licensed under Public domain. Modified (cropped / resized).
  • Photo by Canarian, licensed under CC BY-SA 4.0. Modified (cropped / resized).
  • Photo by Julian Diamond, licensed under CC BY 2.0. Modified (cropped / resized).
  • Photo by daveynin, licensed under CC BY 2.0. Modified (cropped / resized).
  • Photo by Томасина, licensed under CC BY-SA 3.0. Modified (cropped / resized).

Bordeauxdogge - Häufig gestellte Fragen

Wie groß wird ein Bordeauxdogge? +

Der Bordeauxdogge ist eine große Rasse mit einer Schulterhöhe von 58-69 cm und einem Gewicht von 45-68 kg.

Bordeauxdogge: Wie viel wiegt ein Welpe mit 6 Monaten? +

Mit 6 Monaten wiegt ein Welpe dieser Rasse meist 27-41 kg. Ausgewachsen, mit rund 24 Monaten, sind es 45-68 kg.

Wie alt wird ein Bordeauxdogge? +

Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Bordeauxdogge liegt bei 5-8 Jahre.

Was kostet ein Bordeauxdogge? +

Ein Bordeauxdogge-Welpe kostet etwa 1.500-2.500 €, dazu kommen rund 2.150-3.400 € pro Jahr für Futter, Tierarzt, Pflege und Zubehör.

Ist der Bordeauxdogge hypoallergen? +

Nein, der Bordeauxdogge gilt nicht als hypoallergen und kann bei Allergikern Symptome auslösen.

Ist der Bordeauxdogge kinderfreundlich? +

Der Bordeauxdogge kommt mit älteren Kindern gut zurecht, bei kleineren Kindern sind Aufsicht und frühe Sozialisierung empfohlen.

Eignet sich der Bordeauxdogge für eine Wohnung? +

Nein - der Bordeauxdogge braucht Platz und Bewegung, die eine Wohnung selten bietet. Ein Haus mit Garten ist stark empfohlen.

Ist der Bordeauxdogge leicht zu erziehen? +

Der Bordeauxdogge ist mittelmäßig gut erziehbar. Konsequentes, geduldiges Training von klein auf funktioniert am besten.

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