Beide sind Pudelkreuzungen; was sie unterscheidet, ist der andere Elternteil. Beim Cockapoo ist es ein Cocker Spaniel, also ein Jagdhund: in Europa meist der English Cocker, in den USA der Amerikanische Cocker. Beim Maltipoo ist es der Malteser, seit Jahrhunderten als Schoßhund gezüchtet. Deshalb ist der Cockapoo der größere und lebhaftere Hund, auch wenn wir beide beim Energielevel gleich bewerten: Eine Bewertung kann einen Hund aus Arbeitslinien des Cockers nicht von einem ruhigen unterscheiden. Die Bewertungen unterscheiden sich nur bei kleinen Kindern, zu denen der Cockapoo besser passt; dafür ist der Maltipoo etwas günstiger im Unterhalt.
- Größe. Ein Cockapoo wiegt etwa 5,5-11 kg, ein Maltipoo 2,5-9 kg. Bei beiden Kreuzungen kommt die Spanne vor allem vom Pudel-Elternteil, Toy- oder Zwergpudel, frag also nach dessen Größe. Ein Maltipoo vom Toypudel kann unter 3 kg wiegen und ist zerbrechlich: Ein Sprung vom Sofa oder der feste Griff eines Kleinkinds kann ihn verletzen. Deshalb bewerten wir den Maltipoo für Familien mit kleinen Kindern schlechter.
- Vorhersagbarkeit. Keine der beiden Kreuzungen hat einen Standard, FCI und VDH erkennen keine an. Ein Welpe der ersten Generation (F1) kann in Größe, Fell und Wesen nach dem einen oder dem anderen Elternteil kommen; ein F1b, zurückgekreuzt mit einem Pudel, ist pudelähnlicher und öfter lockig.
- Bewegung. Der Cocker wurde für die ganztägige Arbeit im Feld gezüchtet, und ein Cockapoo, vor allem aus Arbeitslinien des Cockers, braucht meist lange Spaziergänge und Beschäftigung. Die Malteser-Seite verlangt weniger: Einem Maltipoo reichen oft kurze Runden und Spiel in der Wohnung.
- Verhalten. In einer Studie des Royal Veterinary College von 2026 mit 9.402 jungen britischen Hunden (PLOS ONE, C-BARQ-Fragebogen der Halter) schnitten Cockapoos auf 10 von 12 Verhaltensskalen schlechter ab als Cocker Spaniels, darunter Aggression gegenüber Haltern und Fremden. Den Maltipoo hat die Studie nicht untersucht, vergleichbare Daten gibt es für ihn also nicht. Ein Maltipoo meldet wie der Malteser gern, was in einer Wohnung zählt. Beide vertragen lange Arbeitstage allein schlecht.
- Fell und Ohren. Beide haaren meist wenig, aber der Cocker haart mäßig, deshalb kann ein F1-Cockapoo, der nach ihm kommt, mehr haaren als ein F1-Maltipoo. Keiner ist allergenfrei, und lockiges Fell muss alle paar Wochen geschoren werden. In den langen Hängeohren des Cockapoo staut sich Feuchtigkeit: In britischen Tierarztdaten von 2016 (RVC VetCompass) wurden 12,97 % der Cockapoos innerhalb eines Jahres wegen einer Ohrenentzündung behandelt, gegenüber 7,30 % aller Hunde. Kontrollier seine Ohren wöchentlich.
- Gesundheit. Wir rechnen beim Cockapoo mit 12-16 Jahren, beim Maltipoo mit 10-15. Beim Cocker-Elternteil frag nach dem DNA-Test auf prcd-PRA, eine erbliche Form der Erblindung, und beim English Cocker zusätzlich nach dem Test auf familiäre Nephropathie, eine tödliche Nierenerkrankung. Beim Malteser-Elternteil frag nach einer Patella-Untersuchung, einer Herzuntersuchung und einem Gallensäuretest, der auf einen Lebershunt hinweisen kann. Beim Pudel-Elternteil beider Kreuzungen frag nach einer Patella-Untersuchung, einer Augenuntersuchung beim Tieraugenarzt und dem prcd-PRA-Test, beim Zwergpudel zusätzlich nach dem HD-Befund. Wegen des kleinen Mauls neigt der Maltipoo zu Zahnproblemen; Zähneputzen gehört zur Pflege.
- Preis. Ein Welpe kostet bei beiden etwa 1.200-2.500 €. Den Unterhalt schätzen wir beim Maltipoo auf 700-1.200 € im Jahr, beim Cockapoo auf 750-1.300 €.
Der Cockapoo passt zu einer aktiven Familie, die einen robusteren Hund für lange Spaziergänge sucht; der Maltipoo zu einem gelasseneren Haushalt ohne Kleinkinder, der einen kleineren Schoßhund will. Den Züchter wählst du in jedem Fall nach den Gesundheitsbefunden der Eltern aus. Wenn du auch den Cavapoo erwägst, lies Cavapoo vs. Cockapoo und Cavapoo vs. Maltipoo; eine reinrassige Alternative zeigt Havaneser vs. Maltipoo.